Multicore-CPUs bremsen Programme aus
Im Zeitalter der Multicore-Prozessoren macht sich langsam aber sicher ein seltsames Phänomen breit. Trotz laufend verbesserter Hardware brauchen moderne Rechner mit Vier- und Achtkernprozessoren für aufwendige Rechenoperationen mitunter länger als ältere Geräte. Professor Thomas Fahringer von der Universität Innsbruck erklärt im Gespräch mit der FUTUREZONE die Ursachen.
"Die Software-Entwicklung wird immer mehr zur problematischen Schnittstelle", warnte Fahringer anlässlich der Vorstellung eines neuen 48-Kern-Prozesserchips von Intel in Wien. "Denn obwohl heute alle Computer aufgrund ihrer Multicore-Prozessoren de facto als Parallelrechner operieren, funktioniert die überwiegende Mehrheit von Software immer noch seriell", so Fahringer, der als Informatik-Institutsvorstand an der Universität Innsbruck tätig ist.
Mehr Kerne, aber leistungsschwächer
Das Multicore-Konzept sieht vor, dass die auf dem Chip integrierten Prozessorkerne sich die Last der Rechenoperationen teilen. Bei seriell arbeitender Software entsteht allerdings das Problem, dass eine aufwändige Rechenoperation nicht auf die Prozesserkerne aufgeteilt, sondern nur mittels eines Kernes abgearbeit werden kann. Je mehr Prozessorkerne verbaut sind, desto niedriger fällt aber die Taktung und somit die Leistung der jeweiligen Einzelkerne aus.
Isoliert betrachtet muss ein seriell arbeitendes Programm in einer Vierkern-Architektur folglich mit einer schwächeren Einzel-Prozessorleistung als etwa in einem leistungsstarken Dual-Core-System auskommen. Die Abarbeitung einer aufwändigen Rechenaufgabe, wie etwa das 3D-Rendering eines Gebäudes, kann daher über die modernere Vier- oder Achtkern-Architektur sogar länger dauern, da eben die Einzelkerne schwächer ausgerüstet sind.
>>> Weiter Lesen <<<