EU will Werbung im Internet an den Kragen
Internetkonzerne wie Google und Facebook dürfen sich warm anziehen: Ihre erste Einnahmequelle, die Werbung, soll nach dem Willen von europäischen Abgeordneten strenger reguliert werden. Vor allem zielgruppenbezogene Werbung haben die Abgeordneten im Visier.
Der Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz (IMCO) im Europäischen Parlament verabschiedete am Dienstag mit großer Mehrheit einen Bericht, der sich kritisch mit verhaltensorientierter Werbung, dem so genannten "behavioural advertisement", sowie mit unlauterer Werbung in Internetforen und Bewertungsplattformen befasst.
Die Abgeordneten befürchten, dass diese neuen Werbeformen nicht von der 2005 beschlossenen Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken erfasst werden, die Verbraucher vor *irreführender* und *aggressiver* Werbung schützen soll. Behavioural Advertisement soll künftig nur mit Einwilligung der Nutzer erlaubt sein. Deutliche Hinweise sollen außerdem die Nutzer auf die Werbung aufmerksam machen. Moderatoren sollen in Foren und Bewertungsplattformen irreführende Kommentare verhindern. Der Bericht wurde mit 30 Stimmen, einer Enthaltung und zwei Gegenstimmen angenommen. Das Parlament wird im Dezember über den Bericht abstimmen.
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