Marc Andreessen hat als Mitgründer der Netscape Communications Corporation Ende 1994 dafür gesorgt, dass mit dem Netscape Communicator der erster kommerzielle Webbrowser auf den Markt kam. Nun, ziemlich genau 16 Jahre später, arbeitet er mit anderen an einem neuen Browser, der seinen Angaben zufolge ebenso revolutionär ist, denn der "RockMelt" ist auf die Nutzung sozialer Netze spezialisiert.
Für Montag war eine Testversion des "RockMelt"- Browsers angekündigt, auf der Website (siehe Infobox) kann man sich dafür bereits anmelden.
Rockmelt konzentriert sich auf soziale Websites wie Facebook und Twitter, die seit einigen Jahren ebenso wie Internetsuchriese Google und die Online- Enzyklopädie Wikipedia das Internet beherrschen. Der Nutzer soll weniger Zeit damit verbringen, seine Lieblingswebsites im Auge zu behalten und zwischen ihnen zu wechseln, stattdessen werden die wichtigsten Informationen ausschnittsweise und in Drop- Down- Fenstern angezeigt.
Auf soziales Web zugeschnitten
An den Seiten finden sich Freundeslisten und die bevorzugten Websites des Nutzers inklusive Updates wie Twitter- Meldungen oder RSS- Feeds. Über einen "Share"- (also "Teilen")- Button können Inhalte direkt über RockMelt auf die eigene Facebook- oder Twitter- Seite übertragen werden, ein Wechseln zwischen Websites ist nicht mehr nötig. Ein Klick genügt auch für die Freundschafts- Verwaltung, um zu chatten oder Nachrichten zu verschicken.
Änderungen bei Suchfunktion
Abgesehen von Social- Web- Anwendungen, auf die RockMelt zugeschnitten ist, soll der Browser mehr Geschwindigkeit bringen als die Konkurrenz. Zudem ist die Suchfunktion anders aufgebaut: Der Nutzer erhält die Suchergebnisse als Drop- Down- Menü direkt im Browser und kann sie dort durchschalten. Wer also auf ein Suchergebnis klickt und damit nicht zufrieden ist, muss nicht mehr zurück zu Google, sondern schaltet einfach auf das nächste in der Liste.
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8 von 10 Browsern hinterlassen Fingerabdruck
Anonym durchs Web? Von wegen: Acht von zehn Browsern hinterlassen einer Studie der US- Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) zufolge digitale Fingerabdrücke ihrer Nutzer im Web. Mittels dieser Spuren könnten die meisten Anwender zurückverfolgt und identifiziert werden, so EFF.
Für ihre dreimonatige Studie hatte die EFF Nutzer gebeten, eine eigens eingerichtete Testseite im Internet zu besuchen. Diese speicherte alle öffentlich zugänglichen Informationen der Teilnehmer ab, darunter beispielsweise Angaben zum verwendeten Betriebssystem, dem Browser, verwendete Schriften und Sprachen sowie installierte Plugins. Allesamt Daten, die Browser routinemäßig beim Besuch einer Website dieser übermitteln.
Anschließend glichen die Forscher diese Daten mit einer Datenbank von fast einer Million Nutzern ab, deren Konfigurationen zuvor erfasst worden waren. Das Ergebnis: In 85 Prozent aller Fälle waren die Konfigurationskombinationen einzigartig und ergaben einen eindeutig identifizierbaren "Fingerabdruck". Bei Browsern, die Adobe Flash oder Java- Plugins installiert hatten, stieg die Erkennungsrate sogar auf 94 Prozent.
Zwar könnten Nutzer ihre Browsereinstellungen dahingehend verändern, dass etwa Java- Skripts blockiert werden, was die Rückverfolgbarkeit erschwere, allerdings sei dies für die meisten Anwender sehr schwierig, kritisiert Peter Eckersley von der EFF. Er fordert die Entwickler von Browsern daher auf, weniger Daten an Web- Server zu übermitteln.